Alle Baukunst bezweckt ein Einwirkung auf den Geist, nicht nur einen Schutz für den Körper.    John Ruskin

Willkommen in Leipzig

Die „Urbs Lipsia“, wie Leipzig zu seiner Gründung im 9. Jahrhundert genannt wurde, war von je her eine Stadt des Handels und über die Jahrhunderte beständig ein Ausgangspunkt für weitreichende Veränderungen.

1165 wurde Leipzig das Stadt- und Marktrecht erteilt, 1497 folgte die Erhebung zur Reichsmessestadt und damit die Eingliederung in einen Handelsstandort mit hoher europäischer Bedeutung. So war Leipzig unter anderem sehr lange als Zentrum des Pelzhandels bekannt. Als hoch geschätzter Handelsstandort beherbergte die Stadt somit stets reiche Kaufleute und gut situierte Bürger innerhalb ihrer Mauern. Ein Umstand, der sich auch in den Gebäuden der Stadt widerspiegelt.
1539 wurden durch Martin Luther endgültig die Reformation in Leipzig eingeführt; im 16. Jahrhundert entstand bereits eine Trinkwasserversorgung; 1698 wurde Leipzig Sitz der ersten Staatsbank, 1813 erlitt Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig die entscheidende Niederlage, die schließlich zu seiner Verbannung führte; 1839 fuhr die erste Ferneisenbahn von Leipzig nach Dresden; Leipzig entwickelte sich damit ebenso zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt in Mitteldeutschland. Daraufhin entstand in Leipzig in den Jahren 1902 bis 1915 auch der größte Kopfbahnhof Europas. Im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhundert wurde Leipzig 1871 zur Großstadt erklärt. 1879 wurde hier das erste Reichsgericht des neuen Deutschen Reiches etabliert.



Für den Gebäudebestand und das Stadtbild Leipzigs waren die Bombardierungen in den Jahren 1943 bis 1945 von wesentlicher Bedeutung. Neben der hohen Zahl menschlicher Opfer, der Zerstörung großer Teile der Innenstadt, waren 60% der Bausubstanz Leipzigs davon betroffen.
Obgleich Leipzig zu DDR-Zeiten ein Wirtschaftsstandort blieb und ca. 9% zur Industrieproduktion des ganzen Landes beitrug, ließ seine wirtschaftliche Bedeutung nach dem 2. WK stark nach; bis ins Jahr 1989, als die Montagsdemonstrationen in Leipzig das Ende der DDR einläuteten.

Die Leipziger Wirtschaft – Boomtown

Leipzig ist dabei - sich den Ruf einer Großstadt mit europäischer Bedeutung zurückzuerobern. Seit der Wiedervereinigung wurde Großes geleistet, um die Wirtschaftskraft der Stadt und der Region wieder stark und konkurrenzfähig zu machen. Ein mehr als gelungenes Projekt, denn einer aktuellen Studie zufolge kann die Entwicklung Leipzigs in den letzten Jahren mit denen anderer Städte im westlichen Teil Deutschlands mithalten. Teilweise lässt sie diese sogar hinter sich, wie auch das Handelsblatt feststellte. Immer wieder hört und liest man die Worte „Boomtown Leipzig“.
Mittlerweile haben sich in der Region Leipzig einige Konzerne, große und mittlere Unternehmen niedergelassen. Dazu gehören Wirtschaftsgrößen wie Porsche, BMW, DHL, Amazon, Siemens, die Verbundnetz Gas AG und der Kinowelt. Aus den Begründungen ihrer Standortentscheidungen liest man die Faktoren heraus, die Leipzig für Unternehmen und ihre Investitionen so attraktiv machen.
Man hört von Entschlossenheit, Offenheit und Unbefangenheit, wenn von den Bewohnern Leipzigs geredet wird, man liest von Unternehmensfreundlichen Entscheidungen, Flexibilität und Schnelligkeit der Verwaltung. Die hervorragende Verkehrsinfrastruktur der Region ist Garant für einen schnellen, sicheren und zielgenauen Waren- und Personentransport. Ein wesentliches Kriterium für Unternehmen, die auf eine sehr gut funktionierende Logistik angewiesen sind. Die sehr gut ausgebauten Kommunikationsnetze sichern den schnellen Austausch von Informationen.

Die Leipziger Messe war als Drehscheibe des Handels zwischen Ost und West jahrhundertelang Aushängeschild der Stadt. Auch in DDR-Zeiten fand diese traditionsreiche Zeit keine Unterbrechung, verlor jedoch ihre frühere Bedeutung. Das Treffen von Ost und West fand bis 1990 jeweils im Frühjahr und im Herbst, in Form von Mustermessen statt. Danach wurde das alte Messegelände bald aufgegeben. Es konnte den gestiegenen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. 1996 wurde deshalb im Norden der Stadt ein neues, modernes Messegelände eröffnet, das mit einer Vielfalt an Messen, Tagungen und Kongressen die Fortführung der Traditionen garantiert.

Porsche und BMW haben in die Region und ihre Entwicklung ca. eine Milliarde Euro investiert. Durch die Errichtung ihrer Produktionsstätten vor den Toren der Stadt und durch die benötigten Zulieferbetrieb wurden langfristig tausende Arbeitsplätze geschaffen. Porsche produziert in Leipzig den „GT“ und den „Cayenne“. BMW entschied sich dazu den 3er und bald darauf auch die 1er Varianten hier herzustellen. Leipzig hat sich als Automobilstandort etabliert.

Die Post-Tochter DHL investierte ca. 300 Millionen Euro und errichtete am Flughafen Leipzig/Halle ihr europäisches Luftdrehkreuz. Mit seiner direkten Anbindung an das Schienen- und Straßenverkehrsnetz bot er optimale Bedingungen. Seit 2008 wird im 24-Stunden Betrieb Luftfracht aus ganz Mitteleuropa entgegengenommen, sortiert und weitergeleitet. Damit wurden direkt und durch Zulieferer gesamt ca. 10.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Amazon siedelte sich 2006 in Leipzig an. Von dem neuen größten deutschen Logistikzentrum aus versendet der weltweit agierende Internethändler seine Produkte nun an die Kunden. Neben den
Infrastrukturbedingungen waren dabei unter anderem auch die zentrale Lage Leipzigs in Europa sowie der Arbeitsmarkt entscheidend. Die Entscheidung Amazons ist auch ein Plus für die Bedeutung Leipzigs als Medien- und Handelsstandort.

Neben diesen bedeutenden Ansiedlungen für Leipzig, gilt die Stadt, nach Frankfurt am Main, München und Stuttgart, als einer der Bankenstandorte Deutschlands. 58 nationale und internationale Kreditinstitute sind hier ansässig. Darüber hinaus ist die Region Leipzig ein wichtiges Zentrum der Energiewirtschaft. Das Kraftwerk Lippendorf, mehrere große Photovoltaik-Anlagen und der Sitz der größten Energiebörse Europas, der European Energy Exchange, garantieren diesen Ruf.

Leipzig steht somit nicht nur als Handelsplatz zwischen den seit Jahren sehr gut entwickelten Wirtschaftsräumen West- und den aufstrebenden Staaten Osteuropas wieder im Mittelpunkt wirtschaftlicher Interessen. Mit seinen hervorragenden Standortbedingungen ist die Region ein überaus attraktiver Ort für bestehende Unternehmen und wirtschaftliche Neuansiedlungen. Damit sind auch in Zukunft Arbeits- und Wirtschaftskraft der Region garantiert.

Leipzig – Stadt mit Kultur

Kultur hat in Leipzig eine jahrhundertelange Tradition. Viele namhafte Berühmtheiten haben in Leipzig mit dem Wirken ihres Geistes Spuren hinterlassen, der Stadt als Platz für Kultur ihr Gesicht und damit auch weltweites Ansehen verliehen.

Leipzig ist Geburtsort des Philosophen und Wissenschaftlers Gottfried Wilhelm Leibniz und von Wilhelm Richard Wagner, dem bekannten Komponisten und Schriftsteller. Johann Wolfgang von Goethe, der deutsche Dichter und Wissenschaftler lebte, studierte und wirkte hier, ebenso wie Friedrich Schiller, der als Dichter, Philosoph und bedeutender deutscher Dramatiker bekannt wurde. Im weithin bekannten Auerbachs-Keller, in dem seit 1525 bis heute Wein ausgeschenkt wird, schrieb Goethe an seinem „Faust“. Der Kritiker und Dichter Gotthold Ephraim Lessing und der Philosoph Friedrich Wilhelm Nietzsche, der Reformator Martin Luther und Baumeister Hieronymus Lotter, fanden in Leipzig ebenso eine dankbare Stätte ihres Wirkens. Johann Sebastian Bach war hier als Stadtmusikdirektor und Chantor weltberühmten Thomanerchor tätig. Zu Ehren Bachs finden in Leipzig die jährlichen Bachfestspielen statt. Felix Mendelsohn Bartholdy verschaffte dem Leipziger Gewandhaus europäische Geltung. In der Neuzeit gelang dies dem weithin bekannten Dirigenten Kurt Masur.
Leipzig ist eine Stadt jahrhundertelangen künstlerischen Wirkens und Schaffens, eine Stadt bedeutsamer Werke, die ihre Wirkung nicht nur in Vergangenheit und Gegenwart, sondern auch noch in der Zukunft entfalten werden.

Das weltberühmte Gewandhaus, die zweitälteste Oper Deutschlands, die mittlerweile auf eine 300jährige Tradition zurückblickt, das vielbeachtete Schauspielhaus und die weithin bekannten Variéte- und Kabarettadressen, die Vielzahl von Museen mit bedeutenden Sammlungen (u.a. Museum der bildenden Künste, Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Grassimuseum), die Theater, Galerien und Ausstellungen machen Leipzig zu einem Anziehungspunkt mit hohem künstlerischen Wert für die Einheimischen und für die tausenden Touristen, die Leipzig jedes Jahr besuchen.

Leipzig –Standort der Wissenschaft

In der weithin bekannten zweitältesten Universität Deutschlands, der „Alma Mater Lipsiensis“, gegründet 1409, werden heute ca. 27.000 Studenten in 14 Fakultäten und in über 100 Studienrichtungen betreut. Die Universität Leipzig brachte einige bahnbrechende Forschungen hervor. Hier lehrten u.a. die Nobelpreisträger Gustav Hertz, Wilhelm Heisenberg und Wilhelm Ostwald und Berühmtheiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottlieb Fichte, Erich Kästner, Friedrich Nietzsche, Novalis und Richard Wagner, um nur wenige zu nennen, ließen sich lehren.

Darüber hinaus gibt es in Leipzig sechs weitere Hochschulen, wie die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK), die 1898 gegründete Handelshochschule Leipzig, die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) oder die Hochschule für Musik und Theater. Insgesamt studierten im Wintersemester 2007/2008 hier ca. 36.500 Studenten. Zahlreiche international anerkannte Forschungszentren und –institute finden ebenso ihren Platz in dieser Stadt des Wissen. Beispielhaft seien hier das Frauenhofer-Institut, die Max-Planck-Institute, das High-Tech Herzzentrum und die Bio City Leipzig, das modernste Biotechnologische-Biomedizinische Zentrum Deutschlands genannt. Circa 29.000 Menschen sind hier im Hightech-Bereich beschäftigt.

Sportstadt Leipzig

Auch Sport ist in Leipzig Tradition. Um 1900 wurde hier der Deutsche Fußball Bund gegründet, der Deutsche Turnverein sowie der Bund deutscher Radfahrer haben hier ebenso ihren Beginn gefunden. Aus Leipzig kommen hunderte Medaillengewinner vergangener Olympischer Spiele und eine Vielzahl international tätiger Trainer. In Leipzig findet man mit dem Stand von 2008 ca. 364 Sportvereine und ca. 80 Sportarten. Die Vereine registrieren insgesamt seit über 10 Jahren stetig steigende Mitgliederzahlen.
Das multifunktionale Sportforum mit dem technisch hochmodernen Zentralstadion, das 2003 in Betrieb genommen wurde, war 2006 Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft. Die neu erbaute Mehrzweckhalle „Arena“ ist als eine der modernsten deutschen Wettkampf- und Trainingsstätten Austragungsort einer Vielzahl von Turnieren sowie Standort vieler Großevents, von Veranstaltungen und Konzerten.

Leipzig als Medienstadt

Leipzig erwarb sich schon frühzeitig seinen Namen als Buch- und Verlagsstadt. Im Jahr 1481 wurde hier das erste Buch gedruckt, 1650 erschien in Leipzig die erste Tageszeitung der Welt, 1825 wurde der erste Börsenverein des Deutschen Buchhandels gegründet, 1916 das erste deutsche Institut für Zeitungskunde. Große Verlagshäuser, wie Reclam, Brockhaus, Kiepenheuer, Klett- und Inselverlag wählten in der Vergangenheit Leipzig als Standort ihrer Kunst und sind teilweise auch heute wieder präsent. In seiner Blütezeit beherbergte Leipzig ca. 800 Verlage und ca. 200 Druckereien. Als baulicher Zeuge der Vergangenheit steht heute das graphische Viertel, östlich des Zentrums, in dem Verlagshäuser ihren Sitz und Produktionsstätten hatten.

Darüber hinaus findet sich in Leipzig die 1912 gegründete Deutsche Bücherei, eine der drei größten deutschen Bibliotheken, in denen das gesamte deutsche Schrifttum archiviert wird.
Heute ist Leipzig als Medienstandort etabliert und erreicht den 4. Rang im innerdeutschen Vergleich. Hier hat die „Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk“ ihren Sitz, ebenso wie der Mitteldeutsche Rundfunk, die drittgrößte ARD-Sendeanstalt, und eine Reihe von Privatsendern. Rund 2.100 im Medienbereich tätige Unternehmen haben sich in Leipzig niedergelassen, viele davon in der „Media City Leipzig“, einem der modernsten Medienzentren Europas, das auf 13.000 m² eine Menge Platz für die verschiedensten Medienproduktionen bietet. Bereits jetzt tragen alle Medienunternehmen am Standort ca. 6 Prozent der Gesamtwirtschaft Leipzigs. Aufgrund der geschätzten hochmodernen und leistungsfähigen Kommunikationsnetze und dem qualifizierten Personal und der Erfahrung vor Ort wird diese Prozentzahl in der Zukunft noch weiter zunehmen.

Viel Raum für Erholung

Die Gesamtfläche Leipzigs beträgt ca. 300.000 ha, ca. 5,9 % dieser Fläche sind als Erholungsfläche gekennzeichnet, 6,0 % als Waldfläche und weitere 2,9% nehmen die Wasserflächen in Leipzig ein.
Leipzig ist bekannt dafür, dass es von einem Grüngürtel durchzogen ist, der vom Stadtzentrum ausgehend in alle Himmelsrichtungen bis zu den Stadträndern reicht. Mit seinen Wäldern und vielen Stadtparks, wie beispielsweise dem Rosental, dem Clara-Zetkin-Park und dem Auenwald zählt Leipzig zu den grünsten Städten Deutschlands. Zusammen mit den bereits existierenden Wasserflächen rund um Leipzig und der gerade entstehenden Neuseenlandschaft im Leipziger Süden, die künftig insgesamt eine Fläche von ca. 70 km² einnehmen wird, bietet Leipzig einzigartige und sehr vielfältige Erholungsmöglichkeiten – allesamt äußerst beliebte und genutzte Gebiete zur Naherholung.